EU will Gärtnern den Riegel vorschieben

Einheitliches Saatgut in den Gärten? Individualität und Vielfalt in Gärten bald strafbar?

Wenn es nach der EU-Kommission geht, könnte dies bald alles möglich sein. Denn diese arbeiten momentan an einer Neuregelung des europäischen Saatgut-Marktes. Sollte diese im Parlament Anklang finden (im Sinne von klingelnden Geldbeuteln) und durchgesetzt werden dürfen bald Landwirte nur noch amtlich zugelassenes Saatgut verkaufen. Bisher waren ältliche und außergewöhnliche Saatgut-Sorten ausgenommen, die z.B. nur in kleiner Menge gehandelt wurden. Wenn man sich den Wünschen der Kommission beugt, dürften Züchter Ihr Saatgut nicht einmal mehr verschenken. Somit wird Saatgut veramtlicht und kann hohe Strafen nach sich ziehen, wenn Züchter diese trotzdem handeln.

Wer profitiert jetzt am meisten davon?

Natürlich die Großkonzerne unter anderen die Lebensmittel-Konzerne, die jetzt schon eine Monopolstellung haben unter dem Saatgutmarkt. Großkonzerne wie Monsanto versuchen schon seit langer Zeit ein Saatgut-Kartell zu eröffnen und verklagen jetzt schon Kleinzüchter die nicht ihr Saatgut verkaufen. Dies dürfen Sie weil Sie so viele Patente wie möglich auf Lebensmittel (und auch auf Tierrassen) anmelden. Kontrolle der gesamten Lebensmittelproduktion durch einige wenige Großkonzerne – das will unter anderen Monsanto am liebsten erreichen.

Was heißt das für den Endverbraucher?

Einheitsbrei auf dem Teller. Der Konsument hat kaum mehr eine Wahl was auf seinen Teller kommt. Bauern müssen teure Lizenzgebühren für ihr Saatgut bezahlen und dementsprechend wird die Vielfalt gedrosselt, weil sich viele Bauern Vielfalt dann einfach nicht mehr leisten können.

Was geht es los und was kann ich dagegen tun?

Es gibt natürlich viele Umweltorganisationen und Vereine die gegen diese Reform vorgehen.
Aber groß kann man nichts bewegen, solange nicht auch mehrere Mitgliedstaaten gegen diese Reform handeln. (Ist die EU nicht was Schönes?) Die EU-Kommission soll am 6. Mai ihren Entwurf vorlegen, danach wird sich das EU-Parlament damit beschäftigen.

Sollte dieser Antrag dann durchgewunken werden, dürfen auch Privatleute Ihre Zuchtprodukte nicht mehr verbreiten.

Die EU-Kommission hat, um die Bevölkerung zu beruhigen, Stellung zu diesem Antrag bezogen:

  1. Die EU-Kommission weist Medienberichte über Regulierungspläne für den Obst- und Gemüseanbau in Hobbygärten zurück
  2. Privatgärtner können auch in Zukunft ihr Saatgut wie bisher verwenden. Sie sind von den neuen Regelungen zur Tier- und Pflanzengesundheit, die die Kommission Anfang Mai vorstellen wird,– entgegen anderslautenden Meldungen – nicht betroffen.
  3. Für Kleinstunternehmen jedoch wird es Ausnahmen geben, um für sie die administrativen Hürden und Kosten zu minimieren. Die Anforderungen an sie bezüglich Kennzeichnung und Verpackung werden gering sein.

Klingt erst mal nicht so schlecht, aber die EU-Kommission wird definieren was Kleinbauer und/oder Privatleute sind. Wenn ich Gemüse anbaue und das an meine Verwandte und Freunde verteile/verkaufe. Bin ich dann ein Kleinbauer?

Ihr solltet dieses Thema auf alle Fälle im Auge behalten und euch im Internet dazu belesen.  Ein paar Informationen über Monsanto sammeln kann auch nicht schaden.

Monsanto ist z.B. abgesehen davon das Sie viel in der Lebensmittelproduktion unterwegs sind, auch eines der größten Chemieunternehmen – passt das?

Im Vietnamkrieg war Monsanto auch einer der größten Lieferanten des mit Dioxinen kontaminierten Herbizids „Agent Orange“. Welches damals zu irreversiblen gesundheitlichen Schädigungen bei der Bevölkerung in den ehemaligen Einsatzgebieten und den kriegsführenden US-Soldaten führte.

Das Internet spricht Bände. Man findet zumeinst keine positiven Bilder oder Informationen über Monsanto.

Quelle von http://www.worldpublicunion.org/2013-03-28-NEWS-obama-signs-monsanto-protection-act-into-law.html
Bild Quelle von WorldPublicUnion

Monsanto – mit Gift und Genen, Arte Dokumentation

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